Jorinde Gustavs zitiert mit ihrer Arbeit die Viktoria-Figuren auf dem oberen Rand der Orangerie im Burggarten. Dort oben auf der Balustrade scheinen sich die Figuren leicht im Wind zu drehen, der vom See herüber weht. Nun ist die Viktoria-Figur auf geheimnisvolle Weise unter die Eichen des Schlossgartens versetzt, und es ist die Geschichte einer ganz anderen Viktoria geworden. Ihr Körper hat sich verflüchtigt, doch auf dem Kleid ist die Erzählung einer eigensinnigen jungen Frau zurückgeblieben. Sie wird erlöst, wenn ihre Geschichte weitererzählt wird. Aber Wind und Wetter werden das Kleid und die Schrift allmählich auslöschen. Jorinde Gustavs übersetzt die Vergänglichkeit der Natur und die Kraft des weiblichen Eigensinns in ein poetisches Bild.
In Leipzig geboren, 1962-66 Studium Textildesign in Schneeberg, seit 1968 entstehen im eigenen Atelier Gewebe für Mode und Raum, textile Objekte und Installationen. Lebt und arbeitet in Stralsund.
Sie finden mehr unter
www.gustavs.org